Der Direktor des Berliner Museums für Naturkunde – Das Artensterben hat katastrophale Ausmaße erreicht

Das Berliner Museum für Naturkunde erhält 660 Millionen Euro vom Bund und von Landesregierungen – für strukturelle Investitionen und die Entwicklung eines global attraktiven Öko-Denkzentrums. Hauptinitiator dieser Entwicklung ist Professor Johannes Christian Vogel, ein deutscher Botaniker und Generaldirektor des Museums. Der Wissenschaftler setzt sich für den Erhalt der Biodiversität und die Suche nach geeigneten Wegen dafür ein. Mehr über das Leben und die Arbeit dieses Wissenschaftlers erfahren Sie auf berlinname.eu.

Arbeit in London

Johannes Christian Vogel wurde 1963 geboren. Nach dem Abitur am Ratsgymnasium Bielefeld im Jahr 1982 leistete er bis 1984 seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr. Anschließend studierte er Biologie und Jura an der Universität Bielefeld. Während seines Studiums arbeitete er nachts bei Bertelsmann. Nach seiner Promotion in Genetik an der Universität Cambridge begann er 1995 seine Tätigkeit am Natural History Museum in London. Acht Jahre lang, von 2004 bis 2012, war er dort Chefkurator der botanischen Abteilung. Sein Forschungsschwerpunkt lag auf Farnen.

Seit Februar 2012 ist Johannes Vogel Generaldirektor des Museums für Naturkunde in Berlin. Zusätzlich ist er Professor für Biodiversität und Wissenschaftsdialog an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Johannes Vogel ist seit 2010 Mitglied der American Association for the Advancement of Science, seit demselben Jahr Mitglied der Linnean Society und seit 2012 Mitglied sowie stellvertretender Vorsitzender des Bioökonomierats der Bundesregierung. 2014 übernahm er die Leitung der European Citizen Science Association. Von 2016 bis 2018 leitete er die Europäische Plattform für Open Science Policy (OSPP) der Europäischen Kommission. Zudem ist er seit 2012 Mitglied der Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin. Seine Frau, Sarah Darwin, ist eine Ururenkelin von Charles Darwin. Das Paar hat zwei Söhne.

Das Berliner Museum für Naturkunde

Die Hauptaufgabe von Johannes Vogel liegt jedoch in der Leitung des Berliner Museums für Naturkunde. Er nutzt seine Position, um weltweit auf die katastrophalen Ausmaße des Artensterbens aufmerksam zu machen. In den letzten 200 Jahren hat die Menschheit immense Ressourcen mobilisiert, um ihren Lebensstil zu erhalten – auf Kosten der globalen Ökosysteme. Ob in den Ozeanen, wo das Ausmaß schwer zu erkennen ist, oder an Land, wo der Verlust von Lebensräumen offensichtlich ist, wie etwa die tägliche Rodung von tropischen Wäldern in der Größe mehrerer Fußballfelder.

Auch in Europa gibt es klare Beispiele: Städte entwickeln sich zu Biotopen mit einer hohen Biodiversität, während außerhalb der Städte viele Arten verschwinden.

Klare Strategien

Laut Johannes Vogel ist dies eine große Herausforderung. In Mitteleuropa können unterschiedliche Szenarien prognostiziert werden. Wenn die Europäer eine artenreiche Natur zurückgewinnen möchten, gibt es klare Strategien dafür. Eine davon besteht darin, die Intensität der Landwirtschaft zu reduzieren und einen bestimmten Prozentsatz der Fläche der Natur zurückzugeben. Die positiven Auswirkungen solcher Maßnahmen könnten bereits mittelfristig sichtbar werden.

Länder mit einer hohen Biodiversität, wie Paraguay oder Brasilien, müssten sich verpflichten, die Zerstörung artenreicher Lebensräume zu stoppen.

Heute kann kein Land – auch nicht China, Russland oder die USA – kurzfristig oder mittelfristig Klimasicherheit, Wasserversorgung oder Ernährungssicherheit garantieren. Die Menschheit befindet sich in einem schwer lösbaren Konflikt. Durch die Vielzahl von Konsumgütern und deren leichte Verfügbarkeit ist vielen der Zusammenhang zwischen Verbrauch und Umweltfolgen nicht bewusst.

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