Max Delbrück wurde am 4. September 1906 in Berlin geboren. Er war das jüngste von sieben Kindern. Sein Vater, Hans Delbrück, war Professor für Geschichte an der Berliner Universität und viele Jahre Herausgeber und politischer Kommentator der „Preußischen Jahrbücher“. Seine Mutter war eine Enkelin des berühmten Chemikers Justus von Liebig. Mehr über das Leben des bekannten Berliner Biologen erfahren Sie auf berlinname.eu.
Eine Berufung für die Wissenschaften

Max Delbrück wuchs in einem Berliner Vorort auf, der von gemäßigt wohlhabenden Akademikern, Fachleuten und Kaufleuten bewohnt wurde, von denen viele große Familien hatten. Nach den Jahren des Wohlstands und der lebhaften Gastfreundschaft bis 1914 folgten Kriegsjahre mit Hunger, Kälte und Tod sowie die Nachkriegszeit mit Revolution, Inflation und Verarmung.
Ob der wissenschaftliche Hintergrund seiner Eltern sein frühes Interesse an der Wissenschaft beeinflusste, bleibt unklar. Doch schon früh zeigte er Neigungen zur Astronomie, bevor er sich der theoretischen Physik zuwandte. Während seiner Studienzeit entwickelte er enge Freundschaften, unter anderem mit Werner Brock, der später Honorarprofessor für Philosophie in Freiburg wurde.
Von 1929 bis 1932 verbrachte Delbrück drei Jahre seiner Promotion im Ausland – in England, der Schweiz und Dänemark. Besonders der Aufenthalt in England, mit der neuen Sprache und Kultur, prägte seine Sicht auf das Leben. Freundschaften mit Wolfgang Pauli und Niels Bohr in der Schweiz und Dänemark beeinflussten Delbrücks wissenschaftliches Streben nach Wahrheit.
Der Umzug nach Kalifornien

Delbrücks Interesse an der Biologie wurde erstmals durch Bohrs Gedanken zur Anwendung der Quantenmechanik auf andere Wissenschaftsbereiche geweckt. 1932 kehrte er nach Berlin zurück und arbeitete als Assistent von Lise Meitner. Ab 1934 trafen sich private Kreise von Physikern und Biologen, zu denen auch der Genetiker N. W. Timoféeff-Ressovsky gehörte. Aus diesen Treffen entstand die bekannte Arbeit von Timoféeff, Zimmer und Delbrück über Mutagenese.
1937 zog Max Delbrück dank eines Rockefeller-Stipendiums in die USA. Dort konnte er sich der Biologie mit größerer Freiheit und Effektivität widmen. Er wählte das California Institute of Technology (Caltech) aufgrund seiner Stärke in der Genetik von Drosophila und der Distanz zu den politischen Gefahren in Deutschland.
Institut für Molekulargenetik

1941 heiratete Delbrück Mary Bruce, mit der er vier Kinder hatte: Jonathan und Nicola (geboren 1947 und 1949) sowie Tobias und Ludina (geboren 1960 und 1962). Seine Familie bot ihm die notwendige Harmonie für ein erfülltes Leben.
Ab den 1950er-Jahren verlagerte Delbrück seine Forschung von der Molekulargenetik zur sensorischen Physiologie. Er beteiligte sich aktiv an der Gründung des Instituts für Molekulargenetik an der Universität Köln. Sein Ziel war es, moderne interdisziplinäre Forschung sowie das Konzept eines „Lehrstuhlsystems“ mit mehreren Professoren in einem Institut in die deutsche Universitätslandschaft zu integrieren. Zudem wollte er die Molekulargenetik in Deutschland fördern.
Das Institut für Genetik der Universität Köln wurde am 22. Juni 1962 offiziell eröffnet. 1969 erhielt Max Delbrück gemeinsam mit Alfred D. Hershey und Salvador E. Luria den Nobelpreis für Physiologie und Medizin.
