Die historische Mühle im berühmten Schlosspark Sanssouci

Wenn Sie den Namen „Müller“ im Berliner Telefonbuch suchen, finden Sie fast 8000 Einträge. Diese Zahl zeigt, dass es einst in Berlin und Umgebung viele Müller gab. Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in Potsdam, unweit von Berlin, 21 Mühlen. Eine davon war die historische Mühle im Park von Sanssouci. Mehr über ihre Geschichte erfahren Sie auf berlinname.eu.

Eine alte Legende

In der alten preußischen Zeit beschloss Friedrich II., seine Sommerresidenz in Sanssouci zu erweitern. Der Monarch wollte dort seine Freizeit verbringen, fernab von Sorgen und Staatsgeschäften. Doch eine Unannehmlichkeit störte ihn: Die Mühle, die über seinem Schloss thronte, durchbrach mit ihrem Klappern die Ruhe. Da der Müller Grevenitz nicht bereit war, die Mühle an Friedrich II. zu verkaufen, drohte der König, sie abreißen zu lassen. Darauf antwortete der Müller: „Ja, Majestät, wenn es nicht das Kammergericht in Berlin gäbe.“

Diese Legende wurde in zahlreichen Büchern und Theaterstücken verewigt. Tatsächlich wurde die erste Postmühle von 1738, die halb verfallen war, abgerissen. An ihrer Stelle entstand eine neue holländische Windmühle. Doch die hölzerne Konstruktion brannte im Zweiten Weltkrieg ab. Nach Restaurierungsarbeiten wurde die Mühle vollständig rekonstruiert, und erst 1993 begannen sich ihre Flügel in diesem historischen Ort wieder zu drehen. Heute beherbergt sie ein Museum, das sowohl dieser Mühle als auch der Müllereigeschichte in Deutschland gewidmet ist.

Ein Ort der Gemütlichkeit

Die Flügel der historischen Mühle sind schon von Weitem zu sehen. Sie drehen sich langsam im Wind neben dem Schloss Sanssouci. Kommt man näher, hört man tatsächlich das Klappern der Mühle – Friedrich II. hatte nicht übertrieben. Im Inneren des malerischen Gebäudes begrüßt die erste Themenausstellung die Besucher im Erdgeschoss. Sie widmet sich den Mühlen in der Kulturlandschaft Potsdams. Eine Wendeltreppe führt in die erste Etage, wo man mehr über die Technologie der Windmühlen erfährt, unterstützt durch interaktive Tafeln und Exponate. Eine weitere Etage zeigt die Geschichte dieser speziellen Mühle. Von der Galerie aus kann man beobachten, wie der Müller die Flügel steuert, dreht und bremst, um die Mechanik in Gang zu setzen.

Im Inneren können Besucher am Sieb oder Mehlkasten sehen, was die Mühle mit der Kraft des Windes produziert. Weiter oben gelangt man über hölzerne Treppen zum Mahlboden oder sogar zur Kappboden.

Einst war dies ein gewöhnlicher Arbeitsplatz. Heute schafft die Mühle auf allen Etagen eine gemütliche, nostalgische Atmosphäre. Das Knarren der Holzböden und der Duft von Holz verstärken diese Sinneseindrücke. Leise Geräusche der arbeitenden Zahnräder und Mühlsteine füllen den Raum mit heimeligen Klängen. Die Monotonie dieser Geräusche lässt die Zeit langsamer erscheinen.

Der Palast der Freuden

Nachdem man den Mehldunst und die alte Technologie ausgiebig erlebt hat, kann man zurück zur Galerie gehen, um die Panorama-Aussicht auf den Park Sanssouci zu genießen.

Übrigens befindet sich hier der königliche Palast. König Friedrich II. ließ das Gebäude im Rokoko-Stil zwischen 1745 und 1747 errichten. Dieser Palast galt als Lustschloss, dessen Motto eindeutig war: „Ohne Sorgen“ – so lautet das Credo des Schlosses Sanssouci. Ein Spaziergang von etwa 30 Minuten führt Sie zum Belvedere, einem prächtigen zweiturmigen Komplex im Stil einer italienischen Villa der Renaissance. Dieses Bauwerk krönt seit 1863 den Pfingstberg und bietet einen beeindruckenden Blick über Potsdam.

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