Der Görlitzer Park liegt im Herzen von Kreuzberg, einem der bekanntesten Bezirke Berlins. Er dient als lokale Erholungszone und Treffpunkt. Seit den 1980er Jahren hat sich das Gebiet zwischen der Emmauskirche und dem Landwehrkanal zu einem beliebten Anlaufpunkt entwickelt. Mehr über die Entstehungsgeschichte des Parks erfahren Sie auf berlinname.eu.
Vom Bahnhof zum Park

Der Görlitzer Park erstreckt sich über 14 Hektar und bietet große Rasenflächen sowie verschiedene Sport- und Spielplätze. In der Nähe befindet sich das Hallenbad des Bezirks Kreuzberg, das Bad am Spreewaldpark, sowie ein beliebter Kinderbauernhof.
Die Geschichte des Parks begann nach dem Abriss des alten Görlitzer Bahnhofs. Zunächst musste der mit Öl belastete Boden entfernt werden, um das Gebiet zu sanieren. Erst danach konnte in den späten 1980er Jahren nach einem Entwurf der Berlin Free Planning Group der Park angelegt werden. Dank der speziellen Bodenbeschaffenheit wurden vorwiegend heimische Pflanzenarten eingesetzt. Einige Überreste des alten Bahnhofs, darunter drei Güterschuppen, Gleisanlagen und ein alter Fußgängertunnel, sind erhalten geblieben und erinnern an die Vergangenheit des Geländes.
Die Geschichte der Terrassen

Im Park gab es einst ein eindrucksvolles Terrassenbauwerk, gestaltet vom Bildhauer Wigand Witting. Es handelte sich um eine Nachbildung der Kalkterrassen von Pamukkale in der Türkei. Diese Terrassen dienten vielen Bewohnern Kreuzbergs mit türkischem Hintergrund als Erinnerungsort an ihre Heimat. Aufgrund von Designfehlern musste die Anlage jedoch geschlossen werden.
Heute gibt es Betonterrassen, die mit einer künstlichen Oberfläche bedeckt sind. Sie dienen als Sitzgelegenheiten und bilden eine Art Amphitheater. Im Zentrum des Parks gibt es außerdem eine natürliche Arena – eine große Senke, die von den alten Wänden des Görlitzer Tunnels umgeben ist.
Freizeitmöglichkeiten im Park

Dank der großen Rasenflächen gibt es reichlich Platz für sportliche Aktivitäten. An der Wiener Straße befindet sich zusätzlich ein Sportplatz. Im Görlitzer Park ist Grillen erlaubt, und es gibt zwei ausgewiesene Grillzonen – eine an der Ecke Sorauer Straße und die andere am Übergang zur Cuvrystraße.
Der Park eignet sich auch hervorragend für Familien mit Kindern. Auf dem Kinderbauernhof können Ziegen, Schafe, Kaninchen und andere Tiere gestreichelt und gefüttert werden. Ein weiterer Spielplatz befindet sich an der Wiener Straße. Zudem gibt es einen speziellen Hundeauslaufbereich, in dem Hunde ohne Leine laufen dürfen.
Ein interessanter Aspekt des Parks ist der Obstgarten, der 2011 angelegt wurde. Hier wachsen Apfel- und Birnbäume sowie die in Deutschland seltene Reneklode. Der Obstgarten wird von Anwohnern gepflegt, und die Ernte ist für alle Besucher kostenlos.
Probleme im Görlitzer Park
Leider ist der Görlitzer Park auch als Treffpunkt für Drogenhändler bekannt. Der Handel mit Betäubungsmitteln hat das Image des Parks stark geprägt. Außerdem nahm der Alkoholkonsum im Park in den Jahren nach der Sanierung zu. Besonders am 1. Mai wird der Park zu einem Hotspot für Partytouristen, weshalb der Zugang an diesem Tag seit einigen Jahren reguliert wird. Viele Berliner meiden den Park, insbesondere nach Einbruch der Dunkelheit.
Seit Anfang 2020 versucht die Polizei, die Situation zu verbessern. Verschiedene Maßnahmen wurden getestet, darunter die Einführung ausgewiesener Verkaufszonen für Dealer, die durch pinkfarbene Markierungen abgegrenzt wurden, um den Handel auf bestimmte Bereiche zu beschränken. Diese Initiative stieß jedoch auf viel Spott und blieb ohne Erfolg.
