Die Geschichte des Botanischen Gartens Berlin sollte in zwei Erzählungen unterteilt werden. Die erste handelt von der Gründung des Botanischen Gartens selbst, der zu einem der größten weltweit wurde. Die zweite erzählt von der Entstehung des Botanischen Museums. Beide Geschichten sind interessant und lehrreich und können auf berlinname.eu nachgelesen werden.
Die Berliner botanische Tradition

Die botanische Tradition Berlins begann 1679 – vom kurfürstlichen Mustergarten hin zu einer der bedeutendsten botanischen Institutionen der Welt.
Der Botanische Garten und das Botanische Museum Berlin wurden von Friedrich Wilhelm, dem Kurfürsten von Brandenburg, gegründet. Sein Lust- und Kräutergarten im Stadtschloss wurde zu klein. Der Große Kurfürst befahl daher, den Garten in Schöneberg zu einem kurfürstlichen Mustergarten zu erweitern. Im Jahr 1718 übergab der sparsame „Soldatenkönig“ den Garten der Preußischen Akademie der Wissenschaften, da ihm die Unterhaltung zu teuer wurde. Um 1819 wurde auf Basis der umfangreichen botanischen Arbeit von Carl Ludwig von Willdenow das Königliche Herbar eingerichtet. Es umfasst 3,8 Millionen getrocknete und konservierte Pflanzenexemplare und ist das größte Herbar Deutschlands. Neben Blütenpflanzen enthält es Sammlungen von Algen, Moosen, Farnen, Pilzen und Flechten sowie Spezialkollektionen von Früchten, Samen, Holzproben, Gallen, pflanzlichen Produkten und feuchten Präparaten.
Der Umzug nach Dahlem

1879 wurde der Garten zum Königlichen Botanischen Museum, in dem die ständig wachsende Pflanzensammlung wissenschaftlich bearbeitet wurde. Nach und nach wurde der Garten in Schöneberg jedoch ebenfalls zu klein. 1910 wurde unter der Leitung von Adolf Engler der Umzug auf das ehemalige Kartoffelacker-Gelände in Dahlem abgeschlossen.
Dieser Garten gehört zu den brandenburgisch-preußischen Veteranen und ist die älteste Einrichtung dieser Art in Mitteleuropa. Er erlebte die Aufstiege, den Ruhm und den Niedergang Preußens, bevor er 1946 an die Stadtverwaltung Berlins und 1995 an die Freie Universität Berlin überging. Etwa 20.000 verschiedene Pflanzenarten auf 43 Hektar sind im Botanischen Garten Berlin zu sehen, der zu den größten und vielfältigsten der Welt zählt. Jährlich besuchen rund eine halbe Million Menschen aus aller Welt den Garten.
Die Ursprünge des Botanischen Museums reichen bis ins Jahr 1815 zurück. Es entstand aus dem ehemaligen „Königlichen Herbar“, das immer organisatorisch mit dem Garten verbunden war. 1879 erhielt es ein eigenes Gebäude am Standort des alten Botanischen Gartens in Berlin-Schöneberg und den Namen „Königliches Botanisches Museum“. Bereits 1880 wurde erstmals eine Ausstellungsabteilung eröffnet, die für „nicht fachkundige Besucher“ gedacht war. Sie zeigte alle Sammlungsobjekte, die nicht in den Herbarmappen aufbewahrt werden konnten. Die Anordnung der Objekte folgte zunächst systematischen Kriterien, wurde jedoch ab 1890 um Aspekte der Pflanzengeografie, Paläobotanik und ihres Nutzens für den Menschen erweitert.
Kriegsverluste

Nach dem Umzug des Botanischen Gartens an seinen heutigen Standort in Dahlem zog das Ausstellungsmuseum in einen dreistöckigen Seitenflügel mit fast 50 Metern Länge. Die Anordnung der Objekte änderte sich kaum, und das Museum blieb ein reines Lehrmuseum. Es wurden Abteilungen geschaffen, die allgemeine Phänomene des Pflanzenlebens, Hauptformen der Pflanzen, Fortpflanzungsbedingungen im Pflanzenreich und für die Weltwirtschaft wichtige Pflanzen, insbesondere aus den Kolonien, zeigten. Ein großer Teil der reichen Sammlungen des Museums ging im Zweiten Weltkrieg verloren.
1957 begann der Bau eines neuen Ausstellungsmuseums, dessen Planung mit der Eröffnung des zweiten Stockwerks am 11. März 1991 abgeschlossen wurde. Die Themenauswahl der Ausstellung basierte auf der Idee der Ergänzung zwischen Botanischem Garten und Museum sowie auf aktuellen Forschungsergebnissen.
