Park · Berlin · ⭐ 9.3/10 · 26228 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 07:55:25
Adresse: Puschkinallee, Elsenstraße, 12435 Berlin, Deutschland
Berlin Treptower Park — Spreeufer, Sternwarte und ein Ehrenmal von monumentalem Maßstab
Ein Park aus dem 19. Jahrhundert, der bis heute so funktioniert, wie ihn sein Planer gedacht hat: weite Wiesen zum Lagern, dichte Gehölzgruppen als Kulisse, ein langes Ufer an der Spree und Sichtachsen, die den Blick tragen. 88,2 Hektar groß, im Südosten Berlins gelegen, verbindet der Treptower Park mehrere Schichten Stadtgeschichte auf engem Raum — eine Weltausstellung von 1896, das älteste noch arbeitende Großteleskop seiner Art, eine Insel mit eigener Brücke und, im nordöstlichen Teil, eine der größten sowjetischen Kriegsgräberstätten außerhalb der ehemaligen Sowjetunion. Wer an einem Sonntagnachmittag vom S-Bahnhof kommend hineingeht, läuft in wenigen Minuten aus dem Verkehrslärm heraus und steht unter alten Platanen am Wasser.
Höhepunkte
- Das Sowjetische Ehrenmal — 1946 bis 1949 errichtet und am 8. Mai 1949 eingeweiht, nach Entwurf des Architekten Jakow Belopolski mit Skulpturen von Jewgeni Wutschetitsch. Die Anlage bedeckt rund 100 000 Quadratmeter und ist zugleich Soldatenfriedhof: Hier ruhen etwa 7000 Angehörige der Roten Armee, die in der Schlacht um Berlin fielen. Die zentrale Figur eines Soldaten misst zwölf Meter und wiegt etwa 70 Tonnen.
- Die Archenhold-Sternwarte — 1896 für die Gewerbeausstellung eingerichtet, das feste Gebäude 1909 fertiggestellt. Ihr Großer Refraktor hat 21 Meter Brennweite, eine Objektivlinse von 68 Zentimetern Durchmesser und wiegt rund 130 Tonnen; er gilt als längstes bewegliches Linsenfernrohr der Welt. Am 2. Juni 1915 hielt Albert Einstein hier seinen ersten öffentlichen Vortrag zur Relativitätstheorie.
- Der Karpfenteich — das große Stillgewässer im südöstlichen Parkteil, Anfang des 20. Jahrhunderts tatsächlich zur Fischzucht genutzt. Heute ist die Uferwiese eine der beliebtesten Liegeflächen im Park, mit Trauerweiden bis ans Wasser.
- Der Rosengarten — die Sondergärten am Spreeufer entstanden zwischen 1959 und 1969; rund 25 000 Rosenpflanzen bilden zusammen mit dem Sommerblumengarten die einzige streng gestaltete Zone im ansonsten landschaftlichen Park.
- Die Insel der Jugend mit der Abteibrücke — die 1,8 Hektar große Spreeinsel wurde 1860 als „Rohr-Insel“ erworben und trug nach einem abteiartigen Ausflugslokal von 1896 den Namen Abteiinsel. Die 1916 fertiggestellte Abteibrücke gilt als erste Stahlverbundbrücke Deutschlands; seit 1949 heißt die Insel Insel der Jugend und wird kulturell genutzt.
- Das Spreeufer mit Anlegestelle — von hier starten Ausflugsdampfer flussauf- und flussabwärts; Ruder-, Tret- und Paddelboote lassen sich am Ufer mieten. Vom Uferweg aus sieht man die 1999 im Fluss aufgestellte Aluminiumskulptur „Molecule Man“ von Jonathan Borofsky und den 1998 vollendeten Büroturm der Treptowers.
Was dich erwartet
Der Treptower Park ist ein klassischer Volkspark des Kaiserreichs — angelegt, damit eine wachsende Arbeiterstadt einen Ort zum Ausatmen hatte. Das merkt man an der Aufteilung: Große Wiesen wechseln mit dichten Gehölzrändern, die Wege sind breit genug für Sonntagsspaziergänge in Gruppen, und fast überall gibt es eine Bank mit Blick auf Wasser. Anders als beim Tempelhofer Feld ist hier alles gerahmt und beschattet; alte Eichen, Platanen und Lindenreihen aus der Gründungszeit stehen noch.
- Rund 88 Hektar Parkfläche mit langem, durchgehend begehbarem Spreeufer im Norden und Westen.
- Zwei sehr unterschiedliche Stimmungen: die offene, gesellige Liegewiese am Karpfenteich und die stille, streng axiale Gedenkanlage im Nordosten.
- Ausflugsgastronomie mit langer Tradition — am Ufer steht das Ausflugslokal Zenner, an dieser Stelle seit dem 18. Jahrhundert bewirtschaftet; das heutige klassizistische Haus geht auf einen Bau von Carl Ferdinand Langhans aus den 1820er Jahren zurück und wurde nach Kriegszerstörung in den 1950er Jahren wiederaufgebaut.
- Direkter Übergang in den Plänterwald — südöstlich schließt ein alter Auwaldbestand an, dahinter liegt das Gelände des früheren Kulturparks Plänterwald, das seit einigen Jahren schrittweise wieder erschlossen wird.
- Spielplätze, Bolzwiesen und Beachvolleyball im mittleren Parkteil sowie Freiflächen, die im Sommer für Feste und Konzerte genutzt werden.
- Ein Astronomie-Standort mitten im Park — die Sternwarte bietet Führungen, Beobachtungsabende und Planetariumsvorstellungen an, sie ist kostenpflichtig und gehört seit 2016 zur Stiftung Planetarium Berlin.
Was man unternehmen kann — und für wen
- Geschichtsinteressierte — das Ehrenmal lässt sich in einer knappen Stunde vollständig ablaufen: Eingangsfigur, Birkenallee, die beiden Granitfahnen mit den knienden Soldaten, die 16 Sarkophage für die damaligen Sowjetrepubliken und der Hügel mit der Soldatenfigur ergeben eine durchkomponierte Abfolge, die man am besten in der vorgesehenen Richtung geht.
- Familien mit Kindern — flache Wege, Spielplätze, Enten am Karpfenteich und Tretboote am Ufer; Kinderwagen und Laufräder kommen überall durch.
- Wasserfreunde und Bootsfahrende — Ruder-, Tret- und Paddelboote am Ufer, dazu Anlegestellen für Ausflugsschiffe; die Spree ist hier breit und ruhig genug für Anfänger.
- Astronomie- und Technikbegeisterte — der Große Refraktor ist auch tagsüber im Rahmen einer Führung zu sehen; wer eine klare Nacht erwischt, kann bei Beobachtungsterminen selbst durch das Instrument blicken.
- Läuferinnen und Radfahrer — Uferweg, Parkrundwege und der anschließende Plänterwald ergeben zusammen eine schattige Strecke von mehreren Kilometern ohne Straßenquerung.
- Fotografierende — die Kombination aus Monumentalachse, alten Baumbeständen, Wasserfläche und der Hochhausgruppe im Hintergrund ist selten; das beste Licht liegt am frühen Morgen auf dem Ehrenmal und am Abend auf dem Ufer.
Anfahrt & Praktisches
Der Park liegt im Bezirk Treptow-Köpenick, Ortsteil Alt-Treptow, direkt am südlichen Spreeufer. Die Anreise ist einfach: Der S-Bahnhof Treptower Park grenzt unmittelbar an die Nordseite und wird von den Ringbahnlinien S41 und S42 sowie von den Linien S8, S85 und S9 bedient — vom Ausgang sind es wenige Schritte bis unter die ersten Bäume. Ergänzend halten dort die Buslinien 165, 194, 265 und M43. Vom U-Bahnhof Schlesisches Tor der Linie U1 beziehungsweise U3 erreicht man den Park über die Spreebrücke ebenfalls zu Fuß in gut einer Viertelstunde. Der Eintritt ist frei, der Park ist rund um die Uhr zugänglich und nicht umzäunt. Kostenpflichtig sind ausschließlich die Angebote der Archenhold-Sternwarte, Bootsverleih, Ausflugsschiffe und die Gastronomie. Für einen Spaziergang mit Ufer und Karpfenteich reichen anderthalb Stunden; wer das Ehrenmal in Ruhe abgeht, die Insel der Jugend besucht und eine Pause einlegt, sollte drei bis vier Stunden einplanen. Das Ehrenmal ist ein Soldatenfriedhof und unterliegt entsprechenden Regeln: Hunde, Radfahren, Grillen und Lagern sind auf der Gedenkanlage nicht gestattet, im übrigen Park dagegen unter den üblichen Bedingungen erlaubt.
Wann besuchen
Im Frühling treibt die Birkenallee des Ehrenmals als Erstes aus, und das helle Grün gegen den grauen Stein ist der stärkste Kontrast, den die Anlage im Jahr bietet; gleichzeitig blühen im Park Krokusse und Buschwindröschen unter den alten Eichen. Der Sommer gehört dem Wasser: Die Uferwiesen am Karpfenteich sind an heißen Wochenenden voll belegt, der Bootsverleih läuft, die Ausflugsdampfer fahren im dichten Takt, und der Rosengarten steht ab Juni in voller Blüte — die Sondergärten sind dann die farbigste Ecke des Parks. Der Herbst ist die beste Zeit für die Baumbestände: Platanen, Eichen und Ahorne färben sich, der Uferweg wird ruhig, und die tief stehende Sonne bringt an klaren Tagen die Steinflächen des Ehrenmals zum Leuchten. Im Winter zeigt sich die Struktur des Parks am deutlichsten — ohne Laub sind Meyers Sichtachsen und die Anordnung der Gehölzgruppen von Weitem zu lesen, der Karpfenteich friert in kalten Wintern zu, und auf der Gedenkanlage ist man oft fast allein. Für die Sternwarte ist die dunkle Jahreshälfte ohnehin die richtige: Beobachtungsabende beginnen dann schon am frühen Abend.
Gut zu wissen
Der Park entstand zwischen 1876 und 1888 nach Plänen von Gustav Meyer, dem ersten Städtischen Gartendirektor Berlins und Schüler Peter Joseph Lennés; die Anlage kostete rund 1,2 Millionen Mark und war von Anfang an als Volkspark für die schnell wachsende Bevölkerung des Südostens gedacht. Berühmt wurde das Gelände 1896: Vom 1. Mai bis zum 15. Oktober fand hier die Berliner Gewerbeausstellung statt, ergänzt um eine Kolonial- und eine Kairo-Ausstellung; Millionen Menschen besuchten das Gelände, und aus dieser Schau blieb die Sternwarte im Park zurück, deren Riesenteleskop Friedrich Simon Archenhold ursprünglich als Publikumsattraktion konzipiert hatte. Der klassizistische Bau, in dem das Instrument bis heute steht, wurde 1909 fertig; 1946 erhielt die Einrichtung den Namen ihres Gründers, seit 1959 gehört ein Zeiss-Planetarium dazu. Nach dem Zweiten Weltkrieg legte die Sowjetische Militäradministration im nordöstlichen Parkteil die große Gedenk- und Grabanlage an, die am 8. Mai 1949 übergeben wurde. Ihre Gestaltung folgt einer strengen Achse: eine Figur „Mutter Heimat“ am Zugang, eine Allee aus Birken, zwei aus rotem Granit gefügte Fahnen mit knienden Soldatenfiguren, ein tiefer gelegtes Grabfeld mit 16 Sarkophagen — je einer für eine der damaligen Sowjetrepubliken, mit Reliefs und Inschriften — und am Ende ein aufgeschütteter Hügel mit einem Mausoleum, auf dem die zwölf Meter hohe Soldatenfigur von Jewgeni Wutschetitsch steht. Die hier Bestatteten fielen in den Kämpfen um Berlin im April und Mai 1945. Die Bundesrepublik hat sich in den Verträgen von 1990 verpflichtet, die sowjetischen Kriegsgräberstätten auf deutschem Boden dauerhaft zu erhalten und zu pflegen; größere Eingriffe sind seither an Abstimmung gebunden. In den 1960er Jahren wurde der Park in Richtung Spree um Sondergärten ergänzt, darunter der Rosengarten; der Springbrunnen arbeitet seit 1969.
Besuchertipps
- Das Ehrenmal von der Figur „Mutter Heimat“ aus in Richtung Hügel abgehen, nicht umgekehrt: Die Anlage ist als Abfolge komponiert, und nur in dieser Richtung öffnet sich der Blick über das Grabfeld auf die Soldatenfigur so, wie es die Planung vorsah.
- Beobachtungsabende und Führungen der Archenhold-Sternwarte vorher buchen — die Plätze am Großen Refraktor sind begrenzt, und bei bedecktem Himmel wird auf das Planetarium umgestellt.
- Wer Ruhe sucht, geht über die Abteibrücke auf die Insel der Jugend oder weiter in den Plänterwald: Beide Bereiche sind selbst an vollen Sommersonntagen deutlich leerer als die Uferwiesen.
Fragen & Antworten
Kostet der Eintritt etwas? Nein, der Park und das Ehrenmal sind frei zugänglich und rund um die Uhr geöffnet. Eintritt zahlt man nur in der Archenhold-Sternwarte sowie für Boote, Schiffsfahrten und Gastronomie.
Wie groß ist der Park? 88,2 Hektar. Er wurde zwischen 1876 und 1888 nach Plänen von Gustav Meyer angelegt und steht damit in der Tradition der frühen Berliner Volksparks.
Was genau ist das Sowjetische Ehrenmal? Eine Gedenkanlage und zugleich ein Soldatenfriedhof: Etwa 7000 in der Schlacht um Berlin gefallene Angehörige der Roten Armee sind hier bestattet. Die Anlage entstand 1946 bis 1949 nach Entwurf von Jakow Belopolski mit Skulpturen von Jewgeni Wutschetitsch und umfasst rund 100 000 Quadratmeter.
Gelten auf der Gedenkanlage besondere Regeln? Ja. Weil es sich um eine Grabstätte handelt, sind dort Radfahren, Hunde, Grillen, Lagern und Ballspiele nicht erlaubt. Im übrigen Park gelten die normalen Berliner Grünanlagenregeln.
Kann man die Sternwarte besichtigen? Ja, im Rahmen von Führungen, Beobachtungsabenden und Planetariumsvorstellungen. Der Große Refraktor mit 21 Metern Brennweite ist auch am Tag zu besichtigen; für Beobachtungen durch das Instrument braucht es klaren Himmel und einen Termin.
Gibt es Boote? Ja. Am Spreeufer werden Ruder-, Tret- und Paddelboote vermietet, außerdem legen Ausflugsschiffe an. Die Saison läuft im Wesentlichen vom Frühjahr bis in den Herbst.
Wie kommt man auf die Insel der Jugend? Zu Fuß über die Abteibrücke von 1916, die als erste Stahlverbundbrücke Deutschlands gilt. Die 1,8 Hektar große Insel wird heute für Kultur- und Veranstaltungsbetrieb genutzt.
Wie viel Zeit sollte man einplanen? Für Uferweg und Karpfenteich rund anderthalb Stunden. Mit Ehrenmal, Insel und einer Pause sind es drei bis vier Stunden. Wer zusätzlich in den Plänterwald geht, füllt problemlos einen halben Tag.
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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 07:55:25
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: berlinname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

Es war ein unglaublich toller Park, der Treptower Park in Berlin, ein wunderbarer Tag, ein schöner Ort zum Entspannen und Spazieren!!!
Sehr schön. Wir haben eine wunderbare Zeit mit den Kindern verbracht. Wir kommen zum Picknicken hierher. Es gibt ein paar Cafés, leckeres Eis. Insgesamt ein toller Park. Hier versammeln sich auch Leute zum Tai-Chi. Der P…
Ein herrlicher Ort mit einem Sportplatz für Aktivitäten an der frischen Luft. Hier kann man sowohl die Enten mit Brot füttern als auch einfach den Sonnenuntergang beobachten. Ein wunderbarer Park für Dates und Meditation…
Wir haben nur einen Teil des Parks besucht.
Aber zum Spazieren ist der Ort angenehm.
Schöne Blumen. Viele Leute entspannen sich auf den Rasenflächen.
Heutzutage ruft alles, was mit der Sowjetunion zu tun hat, Abscheu hervor! Aber natürlich 3 Sterne, weil es sauber und ein schöner Ort ist.