Volkspark Friedrichshain

Park · Berlin · ⭐ 9.3/10 · 16100 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 07:55:27

Adresse: 10249 Berlin, Deutschland

Volkspark Friedrichshain — Berlins ältester Volkspark zwischen Märchenbrunnen und Trümmerbergen

Kein zweiter Park der Stadt drängt so viel Berliner Geschichte auf eine Fläche: ein neobarockes Märchenensemble aus der Kaiserzeit, zwei bewaldete Hügel, die vollständig aus Kriegsschutt aufgeschüttet wurden, Denkmäler aus DDR-Zeiten und dazwischen Wiesen, auf denen an warmen Abenden halb Friedrichshain sitzt. Angelegt wurde die Anlage bereits in den 1840er-Jahren als erste kommunale Grünanlage Berlins — nicht für einen Hof, sondern ausdrücklich für die Bewohner der wachsenden Arbeiterviertel im Osten. Genau so funktioniert sie bis heute: als Gebrauchspark mit Waldwegen, Sportplätzen, Teich und Aussicht, mitten im dichtesten Häusermeer der Stadt.

Höhepunkte

  • Märchenbrunnen — 1913 nach zwölfjähriger Bauzeit eröffnet, entworfen von Stadtbaurat Ludwig Hoffmann: eine neobarocke Wasseranlage mit insgesamt 106 Steinskulpturen, darunter zehn Figurengruppen nach Märchen der Brüder Grimm von Ignatius Taschner, ergänzt durch Arbeiten von Josef Rauch und Georg Wrba. Die Anlage steht unter Denkmalschutz.
  • Großer Bunkerberg, genannt Mont Klamott — mit 78 Metern über Normalhöhennull die höchste Erhebung Friedrichshains. Der Hügel entstand zwischen 1946 und 1950, als die Reste der beiden Flaktürme mit Bauschutt verfüllt und überschüttet wurden.
  • Kleiner Bunkerberg — der zweite Trümmerberg, 68 Meter hoch, heute dicht bewaldet und über Serpentinenwege erschlossen; im Winter der beliebteste Rodelhang des Bezirks.
  • Schwanenteich — Teich mit Fontäne im Herzen der Anlage, umrundet von Uferwegen, mit Gastronomie und Biergarten in unmittelbarer Nähe.
  • Freilichtbühne — 1950 errichtet; von Mai bis September läuft hier ein großes Open-Air-Kino, das Publikum aus der ganzen Stadt anzieht.
  • Denkmalensemble — das Denkmal der Spanienkämpfer von Fritz Cremer und Siegfried Krepp, aufgestellt 1968, sowie das Denkmal des polnischen Soldaten und deutschen Antifaschisten von 1972.

Was dich erwartet

Rund 49 Hektar, aber gefühlt zwei getrennte Landschaften: unten die klassische Volkspark-Ebene mit weiten Wiesen, geraden Alleen und gärtnerisch gepflegten Partien, oben ein richtiger Hügelwald mit steilen Pfaden, Aussichtspunkten und deutlich kühlerer Luft. Die Wege sind so gelegt, dass man vom Trubel am Teich in wenigen Minuten in eine Waldsituation kommt, in der die Stadt nur noch zu hören, aber nicht mehr zu sehen ist.

  • Große Liegewiesen, die im Sommer als Picknick- und Feierabendflächen genutzt werden
  • Waldartige Hangwege und Treppen über beide Bunkerberge, mit Höhenmetern, die man in Berlin sonst kaum findet
  • Sportzone mit Beachvolleyballfeldern, Kletterfelsen, Tennisplätzen und Skate-Elementen
  • Mehrere Spielplätze unterschiedlicher Altersstufen sowie ein Wasserspielbereich für die Kleinsten
  • Eine ausgewiesene Grillzone, damit der Rest der Wiesen rauchfrei bleibt
  • Gärtnerisch intensiv gepflegte Rosen- und Staudenpartien rund um den Märchenbrunnen

Was man unternehmen kann — und für wen

  • Familien mit kleinen Kindern — Märchenbrunnen, Wasserspielbereich und mehrere Spielplätze liegen dicht beieinander, die Wege dorthin sind breit und kinderwagentauglich.
  • Läuferinnen und Läufer — die Runden über beide Bunkerberge liefern echte Steigungen; wer Höhenmeter sammeln will, hat hier die zentralste Möglichkeit der Innenstadt.
  • Geschichtsinteressierte — Märchenbrunnen, Trümmerberge und die Denkmäler der Nachkriegszeit ergeben einen Spaziergang durch drei politische Epochen auf einem einzigen Gelände.
  • Sportgruppen und Kletterfans — Beachvolleyballfelder und Kletterfelsen sind frei zugänglich und werden an Sommerabenden intensiv bespielt.
  • Kino- und Kulturpublikum — die Freilichtbühne bringt von Mai bis September Filmabende unter freiem Himmel, ohne dass man die Stadt verlassen muss.
  • Ruhesuchende — die Nordhänge der Hügel sind selbst an vollen Wochenenden erstaunlich leer, weil die meisten Besucher unten am Teich bleiben.

Anfahrt & Praktisches

Der Park liegt im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, direkt an der Grenze zu Prenzlauer Berg, und ist damit einer der am besten erschlossenen Parks Berlins. Rund um die Anlage halten die Straßenbahnlinien M4, M5, M6 und M10, dazu kommen mehrere Buslinien; die nächste U-Bahn-Anbindung erreicht man von der Südseite in wenigen Gehminuten. Der Eintritt ist frei, die Anlage ist als öffentliche Grünfläche rund um die Uhr zugänglich, beleuchtet sind allerdings nur die Hauptwege. Für eine vollständige Runde inklusive beider Hügel sollte man zwei bis zweieinhalb Stunden einplanen; wer nur den Märchenbrunnen und den Teich sehen möchte, kommt mit einer knappen Stunde aus, und mit Picknick und Sport füllt der Park problemlos einen halben Tag.

Wann besuchen

Im Frühling gehört der Park den Blühgehölzen und dem frisch wieder in Betrieb genommenen Märchenbrunnen — die Kaskaden laufen, die Hänge sind noch licht, und man sieht von oben zwischen den kahlen Kronen bis zum Fernsehturm. Der Sommer ist die lauteste und lebendigste Zeit: Grillrauch aus der Grillzone, belegte Beachvolleyballfelder, Filmabende auf der Freilichtbühne und Wiesen, die abends komplett besetzt sind. Der Herbst färbt den Hügelwald auf beiden Bunkerbergen tief gelb und rot, die Serpentinenwege sind dann fast leer und die Sicht über die Dächer am klarsten. Im Winter wird der Kleine Bunkerberg zur Rodelbahn, der Brunnen ruht, und die kahlen Baumreihen legen die alte Wegestruktur aus dem 19. Jahrhundert wieder frei.

Gut zu wissen

Der Beschluss zur Anlage fiel 1840 anlässlich des hundertsten Jahrestags der Thronbesteigung Friedrichs II.; gebaut wurde von 1846 bis 1848 nach Plänen von Johann Heinrich Gustav Meyer, einem Schüler Peter Joseph Lennés. Damit ist der Volkspark Friedrichshain die erste kommunale Grünanlage Berlins — ein Park, der von Anfang an nicht höfischer Repräsentation, sondern der Bevölkerung der schnell wachsenden östlichen Vorstädte dienen sollte. Unmittelbar aus dieser Gründungszeit stammt auch der angrenzende Friedhof der Märzgefallenen, auf dem die Opfer der Revolution von 1848 bestattet wurden; zum hundertsten Jahrestag wurde dort 1948 ein Gedenkstein mit ihren Namen gesetzt. 1913 kam der Märchenbrunnen hinzu, geplant von Ludwig Hoffmann. Mit dem Bau der beiden Flaktürme ab 1941 verlor der Park seine Funktion; nach 1945 wurden die Bunkeranlagen gesprengt, ab 1946 mit Trümmern verfüllt und bis 1950 zu den heutigen Hügeln überformt. In der DDR baute man den Park systematisch aus: 1950 entstand die Freilichtbühne, von 1949 bis 1951 ein Schwimmstadion, das nach 1999 abgerissen wurde, dazu Sportplätze, Kletterfelsen und Gastronomie. Der Spitzname Mont Klamott, Berliner Jargon für Schutt und Gerümpel, wurde 1983 endgültig populär, als die DDR-Rockband Silly ein Album danach benannte.

Besuchertipps

  • Für Fotos vom Märchenbrunnen lohnt der frühe Morgen: Das Licht fällt dann frontal auf die Figurengruppen, und die breite Freitreppe ist noch leer.
  • Wer Steigung sucht, nimmt bewusst die Serpentinen des Großen Bunkerbergs statt der bequemen Hauptwege — der Höhenunterschied ist für Berliner Verhältnisse beachtlich.
  • An Sommerwochenenden sind die Beachvolleyballfelder früh belegt; wer spielen will, kommt am besten vormittags oder unter der Woche.

Fragen & Antworten

Warum heißt der große Hügel Mont Klamott? Klamotten ist Berliner Umgangssprache für Schutt und Gerümpel — genau daraus besteht der Berg. Er wurde zwischen 1946 und 1950 über den gesprengten Resten der Flaktürme aufgeschüttet und wirkt heute wie eine natürliche Erhebung.

Wie hoch sind die beiden Bunkerberge? Der Große Bunkerberg erreicht 78 Meter über Normalhöhennull und ist damit die höchste Erhebung Friedrichshains, der Kleine Bunkerberg kommt auf 68 Meter.

Kostet der Eintritt etwas, und wann ist geöffnet? Der Park ist eine öffentliche Grünanlage: Der Zugang ist kostenlos und zeitlich nicht beschränkt. Beleuchtet sind nur die Hauptwege, die Hügelpfade liegen nachts im Dunkeln.

Läuft der Märchenbrunnen das ganze Jahr? Nein. Wie alle großen Berliner Wasserkunstwerke wird er nur in der frostfreien Saison betrieben und im Winter abgestellt; die Skulpturen bleiben aber sichtbar.

Wie viel Zeit sollte man einplanen? Eine Stunde reicht für Märchenbrunnen und Schwanenteich, zwei bis zweieinhalb Stunden für eine vollständige Runde über beide Hügel. Mit Picknick, Sport oder einem Kinoabend wird leicht ein halber Tag daraus.

Ist der Park mit Kinderwagen oder Rollstuhl gut zu bewältigen? Die Ebene rund um Teich, Wiesen und Märchenbrunnen ist breit ausgebaut und problemlos befahrbar. Die Aufstiege auf die Bunkerberge führen dagegen über Treppen und steile Serpentinen und sind deutlich anspruchsvoller.

Gibt es Gastronomie im Park? Ja, am Schwanenteich liegt ein Lokal mit Biergarten, dazu kommen saisonale Ausschankstellen; an der Freilichtbühne gibt es während der Open-Air-Saison zusätzliche Versorgung.

Lohnt sich der Aufstieg wegen der Aussicht? Ja, besonders im Winterhalbjahr. Sind die Bäume kahl, reicht der Blick vom Großen Bunkerberg über die Dächer Friedrichshains bis zum Fernsehturm; im Hochsommer verdeckt das Laub einen großen Teil des Panoramas.

Gästebewertungen

  1. Helen Kutorei

    Ein toller Park zum Entspannen!)) Es gibt einen Bereich für den Grill, wenn ihr also grillen möchtet, müsst ihr unbedingt einen Termin buchen)

  2. Evgenia Victorovna

    Ein gemütlicher Ort für Spaziergänge. Viele interessante Skulpturen und Kompositionen. Schöne Brunnen. Im Frühling gibt es viele Blumen und blühende Sträucher. Es gibt ein Café und Toiletten.

  3. Taras Marchenko

    Ein schöner Park, es gibt Volleyballplätze, schöne Brunnen, herrliche Wiesen.

  4. Taras Getmanskyi

    Ein schöner Park, es gibt Grillplätze, mehr als 3 Spielplätze für Kinder und einige schöne Brunnen.

  5. Олег

    Ein toller Ort zum Entspannen. Wiesen zum Sitzen, Wege zum Laufen oder Radfahren. Mehrere Spielplätze mit Schaukeln und anderen Vergnügungen. Oben auf dem Hügel befinden sich die Reste des Bunkers eines der Berliner Flak…

Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 07:55:27

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: berlinname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

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