Gärten der Welt

Park · Berlin · ⭐ 9.1/10 · 22840 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 07:55:27

Adresse: Blumberger Damm 44, 12685 Berlin-Bezirk Marzahn-Hellersdorf, Deutschland

Gärten der Welt — eine Weltreise durch Gartenkunst auf 43 Hektar in Marzahn

Kein anderer Berliner Park ist so klar durchkomponiert wie dieser: Hinter jeder Hecke beginnt eine andere Gartenkultur. Ein chinesischer Landschaftsgarten mit Teehaus und Seerosenteich, ein japanischer Steingarten eines Zen-Priesters, ein islamischer Hofgarten mit Wasserläufen, ein koreanischer Pavillongarten, ein Kreuzganggarten, ein italienisches Renaissance-Parterre und ein Heckenirrgarten nach englischem Vorbild liegen hier auf Gehweite beieinander. Über allem schwebt seit 2017 eine Seilbahn, die den Kienberg quert und von oben sichtbar macht, wie die Gärten ineinandergreifen. Der Park ist eingezäunt und kostenpflichtig — dafür ist er auch der einzige Berliner Park, in dem jede Fläche gepflegt und jede Pflanzung bewusst gesetzt ist.

Höhepunkte

  • Der Chinesische Garten „Garten des wiedergewonnenen Mondes“ — im Oktober 2000 eröffnet, mit 27 000 Quadratmetern der größte chinesische Garten Europas. Er entstand in Zusammenarbeit mit Peking und folgt der klassischen Gartenlehre aus Wasser, Fels, Pflanze und Bauwerk; das Teehaus am Seeufer wird bewirtschaftet.
  • Der Japanische Garten „Garten des zusammenfließenden Wassers“ — 2 700 Quadratmeter, im April 2003 eröffnet und vom Zen-Priester und Landschaftsarchitekten Shunmyō Masuno entworfen. Er arbeitet mit gesetzten Felsen, geharktem Kies und einer sehr engen Wegeführung, die den Blick lenkt.
  • Der Orientalisch-Islamische Garten — 6 100 Quadratmeter, im Juli 2005 nach Planung von Kamel Louafi eröffnet. Ein von Arkaden gefasster Hof mit vier Wasserläufen, Zitrusbäumen in Kübeln und Ornamentwänden; die Anlage folgt dem Bild des Paradiesgartens mit den vier Strömen.
  • Der Koreanische Garten — 4 000 Quadratmeter, im März 2006 als Geschenk der Stadt Seoul eröffnet, mit Pavillons, Trockenmauern und einem Wasserlauf; die Bauteile wurden in Korea gefertigt und vor Ort zusammengesetzt.
  • Der Christliche Garten und der Jüdische Garten — der Christliche Garten wurde im April 2011 als Kreuzganghof mit goldenen Schriftbändern eröffnet, der Jüdische Garten folgte im Oktober 2021 auf 2 000 Quadratmetern und ging aus einem Wettbewerb hervor. Beide arbeiten weniger mit Blüten als mit Raum, Text und Licht.
  • Seilbahn und Wolkenhain — die 1,5 Kilometer lange Seilbahn nahm am 13. April 2017 den Betrieb auf und führt über den 110 Meter hohen Kienberg; auf dessen Kuppe steht der Wolkenhain, eine 30 Meter hohe Aussichtsplattform mit Rundblick über Marzahn-Hellersdorf bis zur Innenstadt.

Was dich erwartet

Die Gärten der Welt sind kein Landschaftspark zum Herumstreifen, sondern eine Folge klar abgegrenzter Räume. Man geht von einem Garten in den nächsten, jeder hat eigene Mauern, eigene Materialien und eine eigene Logik — und genau darin liegt der Reiz: Der Wechsel ist abrupt und gewollt. Dazwischen liegen offene Wiesen, Spielflächen und Blumenhallen. Wer alles sehen will, legt gut sechs Kilometer zurück.

  • 43 Hektar Gesamtfläche im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, betrieben von der landeseigenen Grün Berlin — ursprünglich waren es 21 Hektar, zur Internationalen Gartenausstellung 2017 wurde die Fläche verdoppelt.
  • Ein Heckenirrgarten nach dem Vorbild von Hampton Court auf 1 800 Quadratmetern und daneben ein begehbares Bodenlabyrinth nach dem Muster der Kathedrale von Chartres auf 340 Quadratmetern, beide seit Juni 2007.
  • Der Italienische Renaissancegarten „Giardino della Bobolina“ von Mai 2008 auf 3 000 Quadratmetern und der Englische Garten von April 2017 auf 6 000 Quadratmetern samt reetgedecktem Cottage.
  • Der Balinesische Garten von Dezember 2003 — der einzige Themengarten unter Glas, in einer Tropenhalle, die zur Gartenausstellung erweitert wurde und auch im Winter grün ist.
  • Der Karl-Foerster-Staudengarten, 2008 neu gestaltet auf Grundlage der Pflanzung von 1987 — 3 600 Quadratmeter, die im Spätsommer den stärksten Blühhöhepunkt des Parks liefern.
  • Eine Freilichtarena für bis zu 5 000 Zuschauende, dazu Wasserspielplatz, mehrere Kinderspielplätze und Gastronomie am Besucherzentrum.

Was man unternehmen kann — und für wen

  • Gartenliebhaberinnen und Pflanzeninteressierte — der Park ist eine Sammlung von Gestaltungsprinzipien: Wer wissen will, wie sich ein chinesischer von einem japanischen Garten unterscheidet, sieht beide innerhalb weniger Minuten nebeneinander.
  • Familien mit Kindern — Irrgarten, Wasserspielplatz, Spielplätze und die Seilbahnfahrt sind die klassische Kombination; für kleine Kinder ist der Park wegen der befestigten, ebenen Wege gut zu bewältigen.
  • Menschen mit eingeschränkter Mobilität — die Hauptwege sind breit, befestigt und weitgehend flach; die Seilbahn erschließt den Kienberg ohne Anstieg, was den Wolkenhain auch ohne Bergsteigen erreichbar macht.
  • Fotografierende — die Themengärten liefern innerhalb kurzer Distanz sehr unterschiedliche Bildwelten; das Teehaus am chinesischen See und der japanische Steingarten funktionieren am besten am frühen Morgen ohne Publikum.
  • Ruhesuchende — der Christliche und der Jüdische Garten sind bewusst als stille Räume angelegt und werden von den meisten Besuchenden nur durchquert; wer sich hinsetzt, hat sie oft für sich.
  • Wanderende und Naturinteressierte — direkt anschließend liegt der rund 60 Hektar große Kienbergpark mit dem Wuhlesteg über das Wuhletal; er ist frei zugänglich und lässt sich als naturnahe Verlängerung an den Besuch hängen.

Anfahrt & Praktisches

Der Park liegt im Bezirk Marzahn-Hellersdorf am nördlichen Fuß des Kienbergs. Mit der U5 fährt man bis zum Bahnhof Kienberg (Gärten der Welt); von dort erreicht man den Park entweder zu Fuß über den Kienbergpark oder mit der Seilbahn, deren Talstation unmittelbar am U-Bahnhof liegt. Eine Station weiter, am U-Bahnhof Cottbusser Platz, hält der Bus 195, der direkt zum westlichen Haupteingang fährt. Aus Richtung Norden bringt der Bus X69 von der S-Bahn-Station Mehrower Allee (Linie S7) an den Parkrand, und die Straßenbahnlinien M6 und M18 erschließen den nördlich gelegenen Verkehrsknoten, von dem aus der Bus 195 weiterführt. Anders als die übrigen Berliner Parks ist dieser eingezäunt und kostenpflichtig; das Ticket gilt für alle Themengärten, die Seilbahn wird separat oder als Kombiticket abgerechnet. Geöffnet ist ganzjährig täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, einzelne Themengärten bleiben von November bis Februar geschlossen. Hunde dürfen nicht mitgebracht werden, ausgenommen Assistenzhunde mit Nachweis. Für einen vollständigen Rundgang durch alle Gärten sollte man drei bis vier Stunden ansetzen; wer zusätzlich Seilbahn, Wolkenhain und Kienbergpark einbaut, füllt problemlos einen ganzen Tag. Der angrenzende Kienbergpark ist dagegen eine öffentliche Grünanlage und frei zugänglich.

Wann besuchen

Im Frühling beginnt die Saison mit Zwiebelblühern und den Magnolien und Zierkirschen der ostasiatischen Gärten — der japanische Garten hat dann seinen kurzen, sehr fotogenen Höhepunkt, und die im Winter geschlossenen Bereiche öffnen wieder. Der Sommer ist die vollständigste Zeit: alle Gärten geöffnet, der Staudengarten auf dem Höhepunkt, Konzerte in der Arena und lange Öffnungszeiten bis in den Abend. Weil viele Themengärten von Mauern gefasst sind, staut sich in ihnen die Hitze; der schattige chinesische Seeuferbereich und die Tropenhalle sind dann angenehmer als die offenen Parterres. Der Herbst gilt vielen als beste Zeit: Der japanische Ahorn färbt sich, im chinesischen Garten spiegeln die roten Blätter im Wasser, und die Seilbahnfahrt über den Kienberg zeigt die Laubfärbung des ganzen Wuhletals. Im Winter reduziert sich der Park auf Struktur — Mauern, Wege, Steinsetzungen, immergrüne Kiefern; einzelne Gärten sind geschlossen, dafür bleibt die Tropenhalle des balinesischen Gartens warm und grün, und bei Schnee ist der Kontrast zwischen weißen Flächen und dunklen Baukörpern im japanischen und koreanischen Garten außergewöhnlich.

Gut zu wissen

Der Park wurde am 9. Mai 1987 als „Berliner Gartenschau“ zum 750-jährigen Stadtjubiläum eröffnet — damals in Ost-Berlin, als Grünanlage für die neu errichteten Großsiedlungen von Marzahn. Ab 1991 hieß er Erholungspark Marzahn. Die internationale Ausrichtung begann im Oktober 2000 mit dem Chinesischen Garten, der in Zusammenarbeit mit Peking entstand und mit 27 000 Quadratmetern bis heute der größte seiner Art in Europa ist. Danach folgten in dichter Reihe der Japanische Garten von Shunmyō Masuno im April 2003, der Balinesische Garten im Dezember 2003, der Orientalisch-Islamische Garten von Kamel Louafi im Juli 2005, der Koreanische Garten als Geschenk Seouls im März 2006, Irrgarten und Labyrinth im Juni 2007, der Italienische Renaissancegarten und der neu gefasste Karl-Foerster-Staudengarten 2008 sowie der Christliche Garten im April 2011. Den größten Umbau brachte die Internationale Gartenausstellung, die vom 13. April bis zum 15. Oktober 2017 hier stattfand: Die Fläche wurde von 21 auf 43 Hektar verdoppelt, ein Besucherzentrum, ein Englischer Garten, eine erweiterte Tropenhalle und die Arena kamen hinzu, die Seilbahn ging am 13. April 2017 in Betrieb, und auf dem Kienberg entstand der Wolkenhain. Seit diesem Umbau trägt der Park den Namen Gärten der Welt. Im Ausstellungsjahr kamen rund 1,6 Millionen Besuchende, in den Folgejahren pendelte sich die Zahl bei mehreren hunderttausend jährlich ein. Zuletzt wurde im Oktober 2021 der Jüdische Garten eröffnet, dessen Entwurf aus einem Wettbewerb hervorging. Betreiberin ist die landeseigene Grün Berlin, die auch den angrenzenden Kienbergpark verantwortet.

Besuchertipps

  • Früh kommen und mit den ostasiatischen Gärten anfangen: Der japanische Garten ist klein und verträgt wenig Publikum — vormittags steht man dort oft allein, nachmittags reiht man sich in einen Strom ein.
  • Die Seilbahn in einer Richtung nutzen und in der anderen zu Fuß gehen. So sieht man den Kienberg von oben und läuft auf dem Rückweg durch den frei zugänglichen Kienbergpark, ohne dieselbe Strecke zweimal zu machen.
  • Im Winter vorher prüfen, welche Themengärten geöffnet sind: Von November bis Februar sind einzelne Bereiche geschlossen, während die Tropenhalle des balinesischen Gartens gerade dann ihren größten Reiz hat.

Fragen & Antworten

Kostet der Eintritt etwas? Ja. Anders als die übrigen Berliner Parks sind die Gärten der Welt eingezäunt und kostenpflichtig; das Ticket schließt alle Themengärten ein. Die Seilbahn wird separat oder als Kombiticket abgerechnet. Der benachbarte Kienbergpark ist dagegen frei zugänglich.

Wann ist geöffnet? Ganzjährig täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit. Einzelne Themengärten sind von November bis Februar geschlossen.

Wie groß ist der Park und wie viele Gärten gibt es? 43 Hektar. Dazu gehören unter anderem der Chinesische, Japanische, Balinesische, Orientalisch-Islamische, Koreanische, Italienische, Englische, Christliche und Jüdische Garten sowie Irrgarten, Labyrinth und der Karl-Foerster-Staudengarten.

Darf man Hunde mitbringen? Nein. Tierische Begleiter sind in den Gärten der Welt nicht zugelassen; ausgenommen sind Assistenzhunde, für die der amtliche Nachweis mitzuführen ist. Im angrenzenden Kienbergpark gelten die normalen Regeln für Grünanlagen.

Wie funktioniert die Seilbahn? Sie ist 1,5 Kilometer lang, ging am 13. April 2017 in Betrieb und führt über den Kienberg. Die Talstation liegt unmittelbar am U-Bahnhof Kienberg (Gärten der Welt), sodass man ohne Umweg vom Zug in die Kabine steigt.

Was ist der Wolkenhain? Eine 30 Meter hohe Aussichtsplattform auf der Kuppe des 110 Meter hohen Kienbergs, entstanden zur Gartenausstellung 2017. Von oben sieht man über die Großsiedlungen bis zur Innenstadtsilhouette.

Wie viel Zeit sollte man einplanen? Für alle Themengärten drei bis vier Stunden — der komplette Rundgang misst rund sechs Kilometer. Mit Seilbahn, Wolkenhain und Kienbergpark wird daraus leicht ein ganzer Tag.

Ist der Park barrierefrei? Weitgehend. Die Hauptwege sind befestigt, breit und flach; die Seilbahn ersetzt den Aufstieg auf den Kienberg. Innerhalb einzelner Themengärten gibt es allerdings enge Wege, Stufen und Kiesbeläge.

Wie kommt man ohne U-Bahn hin? Über die S-Bahn-Linie S7 bis Mehrower Allee und weiter mit dem Bus X69, oder über die Straßenbahnlinien M6 und M18 zum nördlichen Verkehrsknoten und dort mit dem Bus 195 weiter zum Haupteingang.

Gästebewertungen

  1. Галя Соловьева

    Ein sehr schöner Ort zum Entspannen mit Kindern, gute Laune für Sie und Ihre Kinder ist garantiert. Es ist sehr praktisch, eine Jahreskarte zu haben.

  2. Roman Rudnik

    Ein wunderbarer Park, in dem man mit Kindern den ganzen Tag verbringen kann. Viele schöne Orte und eine tolle Aussicht auf Berlin vom Berg aus. Die Rodelbahn ist kurz und wenig extrem, interessant nur für die Kinder.

  3. Tetiana Brus

    Ein sehr schöner und gepflegter großer Park! Viele verschiedene Bäume, Sträucher, Blumen. Einlass bis 18:00 Uhr, Preis 7 €, mit Sozialticket 3 €. Der Aufenthalt im Park ist jedoch bis zum Einbruch der Dunkelheit erlaubt.…

  4. лариса кирилова

    Ein erstaunlicher Ort, wo man sich ausruht, entspannt, in eine Welt der Harmonie mit der Natur eintaucht, sich vom Geist des Landes durchdringen lässt, dessen Garten man besucht
    Auf dem Gelände gibt es zahlreiche…

  5. Olha Hutak

    Ich empfehle, ein Kombiticket zu nehmen – 6 km mit der Seilbahn fahren + Eintritt in den Park = 12,90 €.
    Meiner Meinung nach ist der Park ein annehmbarer Ort für einen ganztägigen Spaziergang, für Kinder gibt es viele Or…

Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 07:55:27

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: berlinname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

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