Industrietourismus ist ein bedeutendes Thema für Berlin. Industriegebäude, die Zeugnisse der vergangenen Alltagskultur sind, prägen bis heute das Gesicht ganzer Stadtteile. Daraus ergibt sich die logische Frage, warum dieses Potenzial nicht genutzt werden sollte. Mehr über die Perspektiven des Industrietourismus in Berlin erfahren Sie auf berlinname.eu.
Tourismusboom

Deutschland erlebte nach dem Fall der Mauer einen beispiellosen Tourismusboom und gilt heute als eines der attraktivsten und bequemsten Reiseziele weltweit. Es gibt zahlreiche Beispiele für die Attraktivität der Industriekulturgebäude für Touristen in Berlin. Diese spielen eine bedeutende Rolle als Elemente der Kulturvermarktung Berlins. Das industrielle Kulturerbe, das zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, ergänzt das breite Spektrum anderer touristischer Attraktionen der Stadt. Zu diesen zählen die Clubkultur, die Touren zur Berliner Mauer sowie führende Highlights wie Gärten und Schlösser. Statistiken zeigen, dass Besucher, die Berlin zum dritten oder vierten Mal besuchen, sich für alternative Räume interessieren, die auch städtebauliche Aspekte einbeziehen. In einem erweiterten Sinne sollten hier technische Denkmäler, Friedhöfe und Krankenhäuser erwähnt werden, deren industrielle Herkunft bei näherer Betrachtung deutlich wird.
Vergleicht man Berlin mit anderen Regionen Deutschlands, die seit Jahren das Erbe der Industrie für touristische Zwecke vermarkten und thematische Routen mit Stationen bei den „wichtigsten und attraktivsten“ Industriedenkmälern anbieten, so hat auch Berlin einiges zu bieten.
Routen der Industriekultur

Es wäre sinnvoll, von europäischen Erfahrungen zu profitieren, wie etwa dem Netzwerk „Europäischer Weg der Industriekultur“ (ERIH). Dieses verbindet die wichtigsten und touristisch ansprechendsten Orte des industriellen Erbes Europas. Insgesamt umfasst das Netzwerk 1300 Einrichtungen in 45 Ländern. ERIH bietet Informationen über zahlreiche regionale und thematische Routen. Ziel ist es, die Vielfalt der europäischen Traditionen zu einem großen Ganzen zu vereinen und die gemeinsamen Wurzeln der europäischen Industriekultur aufzuzeigen. Es wird über die europäische Industriegeschichte, Rohstoffförderung, Textilproduktion, Transport und Kommunikation sowie über potenzielle paneuropäische Verbindungen informiert. Die Ausgangspunkte einzelner regionaler und thematischer Routen fungieren als Ankerpunkte, die ein erweitertes touristisches Angebot über die Industriestätte hinaus bieten, etwa durch interessante Führungen, multimediale Präsentationen und außergewöhnliche Veranstaltungen.
Regionale Route Berlin

Für Einwohner und Besucher der Hauptstadt gibt es eine regionale Route im Raum Berlin, die zu 12 Standorten führt, mit dem Deutschen Technikmuseum als Ankerpunkt. Diese Route ist ebenfalls in den Europäischen Weg der Industriekultur (ERIH) integriert. An jedem weiteren Standort wird die industrielle Geschichte der Region detaillierter erläutert. Durch die Verknüpfung dieser Industriedenkmäler steigt das Interesse an den einzelnen Orten erheblich – Cross-Marketing in Aktion. Zu diesen Orten gehören das BMW-Motorradwerk in Spandau, das Berliner Energie-Museum, der Flughafen Tempelhof, der Fichtebunker, das Haus des Rundfunks, der Industriesalon Schöneweide, die Kulturbrauerei, das Museum für Kommunikation, die alte Wasserstation und Kesselhaus Herzberge sowie die Wasserleitung am Teufelssee.
Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Tourismus ökologisch attraktiv sein muss. Viele dieser Einrichtungen sind nicht mehr produktiv und belasten die Umwelt nicht – ein großer Vorteil. Berlin entwickelt sich zu einem Leuchtturm der Hoffnung und einer Inspirationsquelle für neue Technologien, auch im Bereich der nachhaltigen Entwicklung. Der Industrietourismus sollte ein integraler Bestandteil dieser Entwicklung werden.
