Park · Berlin · ⭐ 9.1/10 · 4468 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 07:55:31
Adresse: Burgstraße 28, 10178 Berlin, Deutschland
James-Simon-Park — 1,2 Hektar Spreeufer, benannt nach dem Mann, der Nofretete verschenkte
Der James-Simon-Park ist streng genommen kein Park, sondern eine 1,2 Hektar große Uferanlage in Berlin-Mitte: eine Rasenterrasse zwischen den Bögen der Stadtbahn und der Spree, gegenüber der Museumsinsel. Im Sommer ist sie einer der dichtesten Treffpunkte der Innenstadt, im Winter eine stille Abkürzung am Wasser. Ihren Namen trägt sie seit 2007 nach James Simon, dem jüdischen Kaufmann, dessen Schenkungen einen erheblichen Teil dessen ausmachen, was man vom Rasen aus auf der anderen Spreeseite sieht.
Höhepunkte
- Blick auf die Museumsinsel — Bode-Museum und die Bauten des UNESCO-Welterbes liegen direkt gegenüber am anderen Ufer.
- Rasenterrasse am Wasser — Liegewiesen bis fast an die Spree, ohne Zaun und ohne Eintritt.
- Ort des Circus Busch — hier stand von 1895 bis 1937 einer der größten Zirkusbauten Europas mit 4.300 Plätzen.
- Revolutionsgeschichte — am 10. November 1918 tagte an dieser Stelle die Vollversammlung der Berliner Arbeiter- und Soldatenräte.
- Namensgeber James Simon — Mäzen, der die Nofretete-Grabung finanzierte und die Büste den Berliner Museen schenkte.
- Straßenmusik — an warmen Abenden spielen Musikerinnen und Musiker unter den Bahnbögen und am Ufer.
Was dich erwartet
Eine schmale, offene Grünfläche, deren ganzer Wert in der Lage liegt — keine Gärten, keine Attraktionen, nur Rasen, Bäume und Fluss.
- Weite Rasenflächen zum Sitzen, Liegen und Picknicken.
- Ein Uferweg entlang der Spree mit Sitzstufen zum Wasser hin.
- Baumgruppen, die im Hochsommer den einzigen Schatten spenden.
- Freier Blick über den Fluss auf das Bode-Museum und die Kuppellandschaft der Museumsinsel.
- Die Bögen der Stadtbahn als nördliche Kante — dahinter beginnt der Monbijoupark, dem die Fläche ursprünglich angegliedert war.
- Anlegestellen der Ausflugsschiffe in unmittelbarer Nähe.
Was tun und für wen
- Erholungssuchende — Sonnenbaden und Nichtstun mit Welterbe-Kulisse.
- Kulturtouristen — die naheliegendste Pause zwischen zwei Museumsbesuchen auf der Insel.
- Paare — Sonnenuntergang über der Spree, der Blick geht flussaufwärts genau richtig.
- Fotografinnen und Fotografen — das Bode-Museum vom Wasser aus, ohne Gedränge einer Brücke.
- Freundesgruppen — Picknick und Straßenmusik an lauen Abenden.
- Geschichtsinteressierte — ein unscheinbarer Rasen, auf dem zwei sehr unterschiedliche Kapitel Berliner Geschichte übereinanderliegen.
Anfahrt & Praktisches
Die Anlage liegt im Bezirk Mitte. Mit der S-Bahn bis Hackescher Markt sind es zwei Minuten zu Fuß; die Tram M1, M4, M5 und M6 halten ebenfalls dort, und von der Museumsinsel führt der Weg direkt am Ufer entlang. Der Zugang ist frei und jederzeit möglich. Gastronomie gibt es in der Anlage selbst nicht, ringsum aber reichlich. Für eine Pause reichen ein bis zwei Stunden. An warmen Wochenenden ist die Fläche stark ausgelastet; Abfall bitte mitnehmen oder in die aufgestellten Behälter geben.
Wann besuchen
Am schönsten sind warme Sommerabende, wenn die Sonne über der Spree steht und die Wiese voll besetzt ist. Wer Ruhe sucht, kommt vormittags oder unter der Woche — dann gehört das Ufer den Spaziergängern und den Museumsbesuchern. Im Herbst und Winter ist die Anlage fast leer und der Blick auf die Museumsinsel dank kahler Bäume am weitesten. Die Nachmittagssonne trifft das Nordufer erst spät, das ist im Hochsommer eher ein Vorteil.
Gut zu wissen
Auf genau dieser Fläche stand von 1895 bis 1937 der feste Bau des Circus Busch, entworfen von Blumberg & Schreiber: ein Rundbau mit 4.300 Plätzen auf dreieckigem Grundstück, berühmt dafür, dass Spreewasser in die Manege geleitet werden konnte — für Wasserpantomimen im großen Stil. 1908 trat hier Harry Houdini auf. Am 10. November 1918 versammelten sich in diesem Zirkus rund 3.000 Delegierte der Berliner Arbeiter- und Soldatenräte und bestätigten den Rat der Volksbeauftragten; die Novemberrevolution bekam an dieser Stelle ihre Regierung. 1937 wurde der Bau für eine Straßenbegradigung und die Erweiterung des benachbarten Blocks abgerissen. Die namenlose Grünfläche der Nachkriegszeit wurde in den 2000er-Jahren neu gestaltet und am 23. Mai 2007, dem 75. Todestag, nach James Simon benannt. Simon (1851–1932) war Berliner Baumwollkaufmann und Mitbegründer der Deutschen Orient-Gesellschaft; er finanzierte die Grabungen in Tell el-Amarna, wo am 6. Dezember 1912 die Büste der Nofretete gefunden wurde, und schenkte sie 1920 mit dem gesamten Amarna-Fund den Berliner Museen. Auch das Ischtar-Tor und die Prozessionsstraße aus Babylon sowie über 600 Werke der Renaissance gingen auf ihn zurück. Unter dem Nationalsozialismus wurde der jüdische Mäzen aus dem öffentlichen Gedächtnis getilgt; die Namensgebung und die 2019 eröffnete James-Simon-Galerie holten ihn zurück.
Tipps für Besucher
- Decke und Proviant mitbringen — in der Anlage selbst gibt es keine Gastronomie.
- Für den Sonnenuntergang einen Platz an den Sitzstufen direkt am Wasser wählen.
- Mit einem Museumsbesuch auf der Insel verbinden; der Weg dorthin dauert wenige Minuten.
- Grillen ist nicht erlaubt, und an heißen Abenden füllen sich die Müllbehälter schnell.
- Unter den Bahnbögen hindurch liegt der Monbijoupark mit Strandbar, Freilichttheater und Kinderbad.
Fragen und Antworten
Kostet die Anlage Eintritt? Nein, sie ist frei und jederzeit zugänglich.
Ist das ein richtiger Park? Eher eine Uferanlage: 1,2 Hektar Rasen und Wege, ohne Gärten oder Spielanlagen.
Warum heißt sie James-Simon-Park? Nach dem Mäzen James Simon, benannt am 23. Mai 2007, seinem 75. Todestag.
Was hat James Simon mit Nofretete zu tun? Er finanzierte die Grabung in Tell el-Amarna, bei der die Büste 1912 gefunden wurde, und schenkte sie 1920 den Berliner Museen.
Was stand hier vorher? Von 1895 bis 1937 der Circus Busch mit 4.300 Plätzen, in dem 1918 die Berliner Arbeiter- und Soldatenräte tagten.
Ist das dasselbe wie die James-Simon-Galerie? Nein. Die Galerie ist das 2019 eröffnete Eingangsgebäude der Museumsinsel; die Anlage liegt am gegenüberliegenden Ufer.
Wie komme ich hin? Mit S-Bahn oder Tram bis Hackescher Markt, danach zwei Minuten zu Fuß.
Wann ist es am ruhigsten? Vormittags unter der Woche sowie im Herbst und Winter.
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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 07:55:31
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: berlinname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

Einer meiner Lieblingsorte in Berlin, wo man auf einer Decke direkt am Ufer der Spree entspannen kann. Fügen Sie dazu eine leckere Pizza und ein kaltes Getränk hinzu. Was will man mehr? Auf der Wiese ist es normale…
Ein toller Ort, um im Gras am Wasser zu sitzen, zu reden und einen Snack zu essen 🙂 In der Nähe gibt es einen sehr leckeren Dönerladen „Mustafa Gemüse Kebab" – sehr zu empfehlen.
Ein sehr schöner Ort. Toll, dass man sich vor dem Berliner Dom auf dem Rasen ausruhen kann. Die Seele erholt sich inmitten von Schönheit und Erhabenheit.
Ein toller Ort, um sich mit Freunden zu entspannen, aber es ist schmutzig hier, die Leute räumen ihren Müll nicht weg. Am besten nimmt man eine Decke mit, um nicht auf dem schmutzigen Rasen zu sitzen.