Deutschland beherbergt mehr als 100 Naturparks, die zusammen ein Viertel der Landesfläche ausmachen. Einer davon ist der Naturpark Barnim – ein wahres Paradies mit üppigen Wäldern, idyllischen Seen und wilden Flüssen! Dieses großflächige Naturschutzgebiet erstreckt sich über 750 km² in den Bundesländern Brandenburg und Berlin. Ein Teil des Parks liegt in der deutschen Hauptstadt. Naturliebhaber können hier der städtischen Hektik entfliehen, entlang der Seen spazieren gehen oder die Landschaft auf dem Fahrrad genießen. Dank der vielen während der letzten Eiszeit entstandenen Gewässer bietet die Region Lebensraum für zahlreiche seltene Wildtiere. Mehr über diese stille Berliner Oase erfahren Sie weiter unten auf berlinname.eu.
Der einzige Naturpark Berlins
Der Naturpark Barnim wurde am 24. September 1998 gegründet. 55 % seiner Fläche sind bewaldet, 32 % werden landwirtschaftlich genutzt, 3 % entfallen auf Gewässer, der Rest umfasst Siedlungen und Verkehrsanlagen. Innerhalb Berlins erstreckt sich der Naturpark über 4000 Hektar, und insgesamt ist der Barnim fast so groß wie die deutsche Hauptstadt. Der Park ist über mehrere Berliner S-Bahn-Stationen sowie fast 50 Bahnhöfe des Regionalverkehrs der Deutschen Bahn erreichbar.

Der Barnim ist das einzige grenzüberschreitende Großschutzgebiet zwischen den Bundesländern Berlin und Brandenburg und zugleich der einzige Naturpark im Bundesland Berlin. Er umfasst den westlichen Teil des Barnim-Plateaus, das während der Eiszeit geformt wurde. Andere bekannte deutsche Naturparks sind der Bayerische Wald, das Erzgebirge und der Teutoburger Wald.
Beliebtes Ausflugsziel
Die zahlreichen klaren Seen und sprudelnden Bäche des Naturparks Barnim ziehen viele Berliner und Touristen an. An manchen Seen fangen Einheimische Maränen, einen in der Region geschätzten Fisch. Besucher beobachten gerne Vögel und Tiere des Parks. Zu den seltenen Arten gehören Eisvögel, erkennbar an ihrer leuchtend blauen Oberseite und dem orangefarbenen Bauch, sowie Gebirgsstelzen mit ihren langen Schwänzen und gelben Bäuchen. Im Süden des Parks bietet das Schutzgebiet Schönower Heide beeindruckende Panoramen von Aussichtspunkten. Hier können Besucher Damwild, Rothirsche oder Mufflons entdecken.

Der Barnim bietet Raum für Spaziergänge durch blühende Heidelandschaften, Erkundung mystischer Moore oder einfach das Genießen der frischen Waldluft, die von Kiefern, Buchen, Eichen und Erlen gespendet wird. An verschiedenen Orten finden sich Überreste slawischer und deutscher Burgen, deren steinerne und ziegelrote Bauwerke an die Handwerkskunst früherer Siedler erinnern. Historische Wasserstraßen zeugen vom wirtschaftlichen Aufschwung der Region.
Sehenswertes im Naturpark Barnim

- Gut Hobrechtsfelde
Dieser historische Gutshof umfasst ein Getreidespeicher, einen Wasserturm, Ställe, eine Schule, Gemeinschaftsräume, Arbeiterunterkünfte und Baracken für Saisonarbeiter. Ursprünglich wurde das Gut Anfang des 20. Jahrhunderts für die Verwaltung der Berliner Abwässer errichtet. Nach 1990 wurde es vorwiegend landwirtschaftlich genutzt und dient heute als Wohnstätte. - Briesetal mit Erlenbruchwäldern
Einst wurde hier Torf abgebaut, und an der kleinen Briese standen Wassermühlen. Heute ist das Tal ein beliebtes Naturparadies im wilden Zustand und ein Highlight für Touristen. - Wandlitzsee und Liepnitzsee
Diese Seen waren zu DDR-Zeiten Refugien der kommunistischen Elite, und der Zugang war streng bewacht. Heute können Besucher den Liepnitzsee mit einer Fähre erreichen und die Natur genießen, darunter auch den Insulaner Klause, einen Pub auf der Insel. - Besucherzentrum Barnim Panorama
Dieses Zentrum kombiniert das Agrarmuseum Wandlitz und ein Besucherzentrum. Es beherbergt die größte Sammlung landwirtschaftlicher Geräte in Brandenburg und bietet sechs thematische Räume zur 200-jährigen Geschichte der Landwirtschaft.

Perfekt für Wanderungen
Der Naturpark Barnim eignet sich ideal für Abenteurer oder Familienausflüge. Von leichten Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Wanderrouten bietet der Park zahlreiche Möglichkeiten.
Empfohlene Routen:
- 9 km entlang der Waldfelder und des Lübars
Dieser moderate Weg dauert etwa 2 Stunden und bietet Aussichten auf Vögel, Felder und Pferde. Perfekt von Januar bis Oktober, Hunde an der Leine erlaubt. - 8,4 km rund um den Liepnitzsee
Beliebt für Wanderer und Läufer, mit einem Abstecher zur Insel per Fähre. Ganzjährig geöffnet, ideal im Sommer für ein Bad im See. - 11,7 km von Hermsdorf bis Tegeler Fließ
Die Strecke führt durch Moore und Wälder, bekannt für ihre Biodiversität. Besonderes Highlight: Die Fließlandschaft mit natürlichen Windungen und Torfmooren.
12,9 km von Birkenwerder ins Briesetal
Diese Route bietet märchenhafte Landschaften mit moosbedeckten Bäumen, plätschernden Bächen und seltenen Pflanzen wie Pfifferlingen und Fliegenpilzen.
