Park · Berlin · ⭐ 9.1/10 · 10225 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-04 07:55:30
Adresse: Möckernstraße 26, 10963 Berlin-Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, Deutschland
Park am Gleisdreieck — Gleiswildnis und Weite auf dem alten Güterbahnhof
Über vierzig Jahre lang lag hier mitten in der Stadt eine der größten Brachen Europas: das Gelände der ehemaligen Anhalter und Potsdamer Güterbahnhöfe, aufgegeben, eingezäunt, von Birken und Robinien überwachsen. Statt diese Wildnis zu beseitigen, hat das Atelier Loidl sie zum Baumaterial gemacht — der Park am Gleisdreieck kombiniert riesige offene Rasenflächen mit stehen gelassenen Sukzessionsflächen, Schotterfeldern, Signalresten und alten Gleisbögen. Herausgekommen ist der modernste große Park Berlins: rund 31,5 Hektar, drei Bauabschnitte zwischen 2011 und 2014, mehrfach preisgekrönt und rund um die Uhr kostenlos zugänglich.
Höhepunkte
- Die Gleiswildnis — bewusst erhaltene Sukzessionsflächen aus alten Gleisanlagen, Signalresten, Schottermulden und Pfützen; auf den offenen Schotterflächen leben Käfer- und Eidechsenarten, die anderswo in der Innenstadt fehlen.
- Ostpark — 17 Hektar, eröffnet am 2. September 2011: die große offene Wiesenfläche mit den weitesten Blickachsen des ganzen Parks.
- Westpark — 9 Hektar, eröffnet am 31. Mai 2013, kleinteiliger gegliedert, unter anderem mit den „Gärten im Garten“.
- Skatepark — Anlage mit dem größten Outdoor-Pool Berlins, dazu Basketball- und weitere Sportflächen im Ostteil.
- Beachvolleyball-Anlage — 25 Felder, bereits seit 2009 auf dem Gelände und damit älter als der Park selbst.
- Interkultureller Garten „Rosenduft“ — 2006 vom Verein südost Europa Kultur für traumatisierte Geflüchtete aus Bosnien und Herzegowina angelegt und bis heute bewirtschaftet.
Was dich erwartet
Der Park ist als Bewegungsraum konzipiert, nicht als Zierfläche: breite, durchgehende Asphaltbänder für Radfahrende und Skatende, große Rasenteppiche ohne Beetrand, dazwischen Inseln aus stehen gelassener Bahnvegetation. Weil das Gelände höher liegt als die umgebenden Straßen und kaum bebaut ist, hat man hier den größten offenen Himmel der Berliner Innenstadt — und im Ostteil einen ungewöhnlich weiten Blick, der bis zu den Hochhäusern am Potsdamer Platz reicht.
- Weite Wiesen zum Liegen, Picknicken und für Ballspiele, unterteilt in mehrere große Felder
- Ein Naturerfahrungsraum von rund 3.500 Quadratmetern ganz ohne Spielgeräte, in dem Kinder Boden, Wasser, Pflanzen und Tiere direkt erleben
- Sportbereiche mit Skatepark, Basketball und Beachvolleyball
- Historische Bahnrelikte: Gleisbögen, Signalfundamente, Schotterbetten und Reste der Stützmauern
- Die Yorckbrücken als markanter Übergang zwischen dem Ostpark und dem südlichen Parkteil
- Eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung für Rad- und Fußverkehr, die abseits des Straßenverkehrs verläuft
Was man unternehmen kann — und für wen
- Radfahrende und Pendler — die durchgehende Nord-Süd-Achse ist eine der wenigen komplett autofreien Verbindungen quer durch die Innenstadt.
- Skaterinnen und Skater — der Skatepark mit dem größten Outdoor-Pool der Stadt zieht Fahrerinnen und Fahrer aus ganz Berlin an.
- Beachvolleyball-Teams — 25 Felder an einem Ort sind selbst für eine Millionenstadt ungewöhnlich viel; die Anlage besteht bereits seit 2009.
- Familien mit Kindern — der Naturerfahrungsraum ist bewusst ohne Spielgeräte gebaut: gespielt wird mit dem, was da ist — Erde, Wasser, Stöcken und Pflanzen.
- Stadtnatur- und Botanikinteressierte — die Ruderalflächen zeigen anschaulich, welche Pflanzengesellschaften auf Bahnschotter entstehen, wenn man sie vierzig Jahre in Ruhe lässt.
- Architektur- und Landschaftsplanungsfans — der Entwurf des Ateliers Loidl gilt als Referenzprojekt und wurde mehrfach ausgezeichnet.
Anfahrt & Praktisches
Der Park liegt auf der Grenze zweier Bezirke — Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg — und ist genau deshalb aus vielen Richtungen erreichbar. Zentraler Zugang ist der U-Bahnhof Gleisdreieck, an dem die Linien U1, U2 und U3 halten; im Norden erschließt zusätzlich die U7 das Gelände, im Süden liegen S-Bahn-Anschlüsse in Gehweite, dazu kommen mehrere Buslinien. Der Eintritt ist frei, die Anlage ist als öffentliche Grünfläche jederzeit zugänglich; die Hauptwege sind beleuchtet, die Sportflächen und der Naturerfahrungsraum haben eigene Nutzungszeiten. Betrieben wird der Park von der Grün Berlin GmbH. Für eine Runde durch Ost- und Westpark reichen anderthalb Stunden; wer den südlichen Parkteil über die Yorckbrücken anhängt, sollte zweieinhalb bis drei Stunden rechnen. Wegen der offenen Lage ist es hier windiger und im Sommer schattenärmer als in klassischen Parks — Sonnenschutz mitnehmen lohnt sich.
Wann besuchen
Im Frühjahr passiert das Interessanteste auf den Schotterflächen: Zwischen den alten Gleisen treiben Birken, Robinien und Ruderalpflanzen aus, und man sieht in wenigen Wochen, wie schnell sich Bahnbrachen begrünen. Der Sommer gehört den Sportflächen und den Wiesen — Beachvolleyball bis in die Dämmerung, Skatepark am Abend, und weil kaum Bebauung im Weg steht, bleibt es hier länger hell als in den umliegenden Straßenzügen. Im Herbst färbt sich der Birkenbestand auf den Sukzessionsflächen leuchtend gelb, das flache Licht läuft entlang der alten Gleisbögen, und die Weite des Geländes kommt am stärksten zur Geltung. Der Winter zeigt den Park in seiner Rohform: kahle Bäume, sichtbare Bahnrelikte, die Stahlkonstruktionen der Yorckbrücken frei im Blick — dafür ordentlich Wind über die offenen Flächen.
Gut zu wissen
Das Gelände war ab dem 19. Jahrhundert einer der wichtigsten Güterumschlagplätze Deutschlands: Hier lagen die Güterbahnhöfe der Anhalter und der Potsdamer Bahn, dazu das namensgebende Gleisdreieck der Hochbahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung der Stadt verlor die Fläche ihre Funktion und blieb über vierzig Jahre ungenutzt — lange genug, damit sich eine eigenständige Bahnbrachen-Vegetation entwickeln konnte, die Berliner Botaniker früh als besonderes Biotop beschrieben. Bürgerinitiativen kämpften jahrzehntelang gegen eine Bebauung; realisiert wurde der Park schließlich im Zusammenhang mit den ökologischen Ausgleichsverpflichtungen der Großbaustelle am Potsdamer Platz. Den landschaftsplanerischen Wettbewerb gewann das Atelier Loidl, dessen Entwurf die vorgefundene Brachenstruktur bewusst als Gestaltungselement übernahm statt sie zu überformen. Gebaut wurde in drei Etappen: Der Ostpark mit 17 Hektar wurde am 2. September 2011 eröffnet, der Westpark mit 9 Hektar am 31. Mai 2013, der schmale südliche Teil mit 5,5 Hektar am 21. März 2014 — lange als Flaschenhalspark bekannt, inzwischen nach der Schriftstellerin Dora Duncker benannt. Zusammen ergibt das rund 31,5 Hektar. Der Naturerfahrungsraum von etwa 3.500 Quadratmetern entstand als Pilotprojekt aus einem Bürgerbeteiligungsverfahren und verzichtet bewusst vollständig auf Spielgeräte. Der interkulturelle Garten „Rosenduft“ geht auf den Verein südost Europa Kultur zurück, der 2006 mit traumatisierten Geflüchteten aus Bosnien und Herzegowina auf dem Gleisdreieck zu gärtnern begann — also noch vor dem Park. Fachlich ist die Anlage hoch dekoriert: Berliner Architekturpreis 2013, Sonderpreis des Deutschen Städtebaupreises 2014 und Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2015.
Besuchertipps
- Lauf einmal bewusst über die Yorckbrücken in den südlichen Parkteil — dort ist es deutlich stiller als im Ostpark, und der Grünzug setzt sich nach Süden fort.
- Bleib auf den Wegen, wo die Gleiswildnis ausgewiesen ist: Die Schotterflächen sind ökologisch der wertvollste Teil des Parks und reagieren empfindlich auf Betreten.
- Plane an heißen Tagen früh oder spät: Der Park ist absichtlich offen gehalten und bietet über weite Strecken kaum Schatten.
Fragen & Antworten
Warum heißt der Park „am Gleisdreieck“? Der Name stammt vom Gleisdreieck der Hochbahn, einem Verzweigungsbauwerk am Rand des Geländes. Die Fläche selbst gehörte zu den Güterbahnhöfen der Anhalter und der Potsdamer Bahn.
Wann wurde der Park eröffnet? In drei Etappen: Ostpark am 2. September 2011, Westpark am 31. Mai 2013 und der südliche Teil am 21. März 2014. Zusammen umfasst die Anlage rund 31,5 Hektar.
Kostet der Eintritt etwas? Nein, der Park ist eine öffentliche Grünanlage und kostenlos zugänglich. Betreiber ist die Grün Berlin GmbH; einzelne Sportangebote auf dem Gelände können eigene Nutzungsregeln haben.
Was ist die „Gleiswildnis“? So heißen die bewusst nicht gestalteten Sukzessionsflächen aus alten Gleisen, Schotter, Signalresten und Wildvegetation, die sich über vierzig Jahre Brachezeit entwickelt haben. Sie sind Lebensraum unter anderem für Käfer und Eidechsen.
Gibt es Sportmöglichkeiten? Ja, und zwar reichlich: ein Skatepark mit dem größten Outdoor-Pool Berlins, Basketballflächen und eine Beachvolleyball-Anlage mit 25 Feldern, die schon seit 2009 besteht.
Ist der Park für Kinder geeignet? Sehr. Neben klassischen Spielangeboten gibt es einen Naturerfahrungsraum von rund 3.500 Quadratmetern, der bewusst ohne Spielgeräte auskommt und Kindern direkten Kontakt mit Boden, Wasser und Pflanzen ermöglicht.
Wie viel Zeit sollte man einplanen? Anderthalb Stunden für Ost- und Westpark, zweieinhalb bis drei Stunden, wenn man über die Yorckbrücken auch den südlichen Parkteil mitnimmt.
Kann man mit dem Rad durch den Park fahren? Ja, ausdrücklich — die durchgehenden Wege bilden eine autofreie Nord-Süd-Verbindung durch die Innenstadt und werden auch von Pendlern genutzt.
Fotos






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Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-04 07:55:30
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: berlinname.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

Das ist unser Lieblingspark in der Nähe unseres Zuhauses. Es gibt Spielplätze und Tennisplätze. Ein idealer Ort für ein Picknick. Sehr bequem zum Radfahren, Skaten, Rollschuhfahren. In der Nähe gibt es bear beargarten, e…
Ein sehr cooler Park, eine Oase der Ruhe im Stadtzentrum.
Grün, frisch, aber nachts schreien oft Leute. Und die Häschen, die Häschen haben mein Herz erobert ❤️
Schön sauber, es gibt Platz zum Skaten und einfach zum Sitzen auf dem Rasen.